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Alles Placebo oder was?
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Manchmal muss man sich schon fragen für was wir seit Jahrhunderten den menschlichen Körper im Dienst der Medizin studieren, sezieren, beleuchten, manipulieren, operieren, traktieren und dergleichen mehr, wenn wir doch im Grunde des Herzens wissen, dass ohne den eigenen Willen zur Heilung eigentlich nichts geht! Sie wussten es nicht? Die Ärzte munkeln es aber schon lange, sie wissen, dass der eigene Glaube an eine Heilung, an eine Wirkung eines Medikamentes, ganze Berge und schlimmste Krankheiten versetzen oder gar verschwinden lassen kann. Deshalb verabreichen sie mindestens genauso viele Placebos wie Medikamente, wobei man nun eigentlich nicht mehr sagen kann, was nun ein sinnvolles Medikament sein soll. Das Positive daran ist, dass Placebos keine Nebenwirkungen haben, wobei man dann die Frage erlaubt sein muss, warum man dann überhaupt noch sogenannte Medikamente verabreicht. Interessant ist aber auch, dass Menschen, denen man Placebos gibt, oftmals an den Nebenwirkungen die im Beipackzettel aufgeführt werden erkranken (wenn sie ihn gelesen haben), obwohl sie diese nachweislich gar nicht haben dürften, da ja kein Medikament verabreicht wurde. Diese Unerklärlichkeit nennt man Nocebo und sie ist, wenn man es genau betrachten will, nur die Umkehrung der Unerklärbarkeit des Placebo. Um dieses Phänomen zu enträtseln hat sich die Medizin nun nach Jahrhunderten der abstrusesten Heilmethodenanwendungen endlich auf den Weg gemacht zu erforschen, was denn nun Heilung ist, wie sie geschieht, warum sie geschieht und was da im Menschen vor sich geht wenn ein Heilungsprozess angeschubst wird. Die Erkenntnisse sind bahnbrechend, wenn man sie denn verstehen will. Den medizinischen Wissenschaftlern ist es mit allen Raffinessen tatsächlich gelungen sich selbst wegzurationalisieren, denn sie haben jetzt eindeutig bewiesen, dass der Glaube und Wille zur Heilung das A und O des Gesundmachens ist. Sozusagen ist es fast schon egal welches Medikament man bei welcher Krankheit verabreicht, da selbst Medikamente, die eher eine Verschlechterung zur Folge hätten haben müssen, einen Heilungsprozess in den Gang brachten. So gab man Schwangeren, die über Übelkeit klagten, versuchsweise Brechmittel, mit der Aussage, dass dies die besten Mittel gegen die Beschwerden seien. Den Schwangeren ging es nach kurzer Zeit tatsächlich besser, wobei sie, von der Logik her betrachtet, das Badezimmer samt Kloschüssel hätten gar nicht mehr verlassen können.

Medizin? / Wikipedia
Stethoskope / Wikipedia
Krankenzimmer / Wikipedia
Back to the roots? / Wikipedia

Man hat ferner festgestellt, dass der Wille zur Heilung und das Prozedere der Heilung, also ein Heiler gibt einem Patienten ein Heilmittel was die Heilung antreibt, genetisch festgelegt ist. Der Körper will heil werden und beginnt auf Agitationen zu reagieren. Er entwickelt im Hirn so etwas wie einen Glauben der beginnt an das, was dann verabreicht wird, zu glauben, dass es wirken wird. Dieser Glaube lässt dann sozusagen den Heilungsprozess beginnen (und nicht das Medikament). So gesehen wird nun auch klarer, warum gerade die Homöopathie und die ?alternativen? Heilmethoden wunderbare Heilungen hervorbringen, obwohl sie wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden können. Auch hier hat man geforscht und bei zwei Testgruppen herausgefunden, dass auch dort das Placeboprinzip wirkte. Dummerweise haben sich bei Testgruppe 1, die die Placebos anstatt Globulis bekamen, bessere Heilungsergebnisse gezeigt, als bei der Gruppe 2, die tatsächlich Globulis bekamen (es kam sogar zu Verschlechterungen). Nun könnte man doch sagen, dass die Medizin gerade nur noch für das Schienen von Knochenbrüchen gut sein kann, denn es hat sich auch erschreckenderweise bestätigt, dass manche OPs völlig sinnlos getätigt werden. So hat man Millionen von Menschen das Kniegelenk gespült und damit viel Geld verdient. Ein niederländischer Arzt hat dann mal aus Interesse seine Patienten nur zum Schein operiert, hat sie leicht betäubt, kleine Schnitte zugefügt, damit es so aussah, als ob sie operiert worden wären. Alle seine Patienten hatten nach der Scheinoperation Verbesserungen anzumelden.

Nun möchte jetzt wohl der eine oder andere denken, dass er ab jetzt eigentlich gleich zum Abbeter als zum Arzt geht, und wenn man die wissenschaftlichen Erkenntnisse ernst nimmt, ist er damit gut beraten. Das Auflegen der Hand kann bei Krebs den gleichen oder gar den besseren Heilungprozess anregen, wenn an das Handauflegen mehr geglaubt wird.

Irgendwie ist das doch alles ziemlich irre, wir haben einen unglaublichen Medizinapparat der horrende Summen an Geldern verschlingt zur Verfügung, um nun feststellen zu müssen, dass wir diesen eigentlich gar nicht brauchen, oder sollte man sagen, er funktioniert eigentlich nur, weil wir es wollen, dass er funktioniert. Da könnten wir doch den Krankenkassen einen Tipp geben, wie sie sich eine Menge Geld einsparen könnten (schönen Gruß an die Pharmaindustrie), ja wie sie sich eigentlich gleich selbst auflösen könnten, um uns allen eine große, völlig unnötige finanzielle Last abzunehmen.

Der Arzt sollte sich darüber bewusst werden, dass es auf seine Aufmerksamkeit und sprechende, ja vor allem zusprechende, Art ankommt, wenn er will, dass die Leute an seine Medikamente glauben. Er muss sich verinnerlichen, dass er eben ein Heiler sein muss und darf, und wenn er an so einen Hokuspokus nicht glauben will, auch wenn dieser bewiesen ist, dann hat er schlicht und ergreifend seinen Beruf verfehlt.

 

Kleiner, 31.07.07

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