Startseite  Warum diese Seite?  Wissen oder Meinen  Ihr Thema  Kontakt  Unsere Partner  Videos 
Cannabis vs. Alkohol
 Cannabis vs. Alkohol  Das gesunde Maß  Das kleinere Übel  Konsens  Diskurs  Umfrage 

Das große Streiten, gefundene Fressen oder kleinere Übel?

Echter Hopfen (Humulus lupulus)
Echter Hopfen (Humulus lupulus) / Wikipedia
Hanf (Cannabis)
Hanf (Cannabis) / Wikipedia

Wer heutzutage in irgendeiner Form mit Jugendlichen zu tun hat (10 bis 18 jährige), sieht sich mindestens einmal mit einer Debatte konfrontiert (meistens aber eher tagtäglich), bei der die Fronten dermaßen verhärtet sind, da ausgemachtes Unwissen und Mystifizierung beide Parteien oft zu Fehlschlüssen führt, und somit eine sachliche Unterhaltung leider unmöglich wird.

Es geht um das Kiffen, das heutzutage gerne als bessere Alternative (vor allem von Jugendlichen) zum Alkohol angepriesen wird. Viele Eltern haben oft das beklemmende Gefühl, dass da das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird, wobei es leider den Anschein hat, als wenn die Eltern den Konsum von Alkohol eher billigen als das Rauchen von Cannabis (müssen sie ja, denn Cannabis ist verboten).

Das traurige an diesen Debatten ist aber, dass sie im Grunde, in dieser Weise geführt, nie zu einem tatsächlichen Konsens führen können, da das Einnehmen von Drogen (und Alkohol ist eine Droge, wenn auch eine legitimierte) im Grunde immer eine Gefahr für die physische und psychische Gesundheit darstellt, wobei es eben nicht darum gehen sollte, welche Droge nun das kleinere Übel sei. Eins aber kann man bei aller Diskutiererei deutlich sehen, dass in einem Punkt zumindest beide Parteien, bei allen Gegensätzlichkeiten, einen gemeinsamen Nenner haben. Sie spielen beide die Folgen, sowohl des Kiffens wie auch des Alkoholtrinkens, gehörig herunter, und dies meist, weil sie in beiden Bereichen nicht unbedingt die Ahnung haben, aber trotzdem vehement das eine oder andere abwiegeln oder eben andersherum verteufeln.

 

Die Freiheit auf das Recht des rechten Maßes, beim Alkohol ein ungeschriebenes Gesetz?

Alkohol ist eine über Jahrtausende ?eingebürgerte? Droge, in die Gesellschaft assimiliert, von ihr akzeptiert und auch zelebriert, und Milliarden Menschen haben gelernt mit ihr umzugehen, oder glauben dies zumindest zu können. Was aber hier in diesem Jahrtausend noch nicht angekommen zu sein scheint, ist die Tatsache, dass im Grunde fast alle Jugendlichen, gleich welcher Couleur, welcher Anschauung, welchen Styles oder Musikgeschmackes sie sind, munter kiffen. Es ist eine Jugendkultur geworden, die nichts mit politischer Anschauung, Gesellschaftsschichten, Ortbegebenheiten usw. zu tun hat. Quer durch die Städte, Dörfer und kleinsten Gemeinden wird gekifft, was das Zeug hält, und die User werden immer jünger.

Dies ist nun nicht unbedingt eine Tatsache, die einfach so hingenommen werden sollte, aber es ist schlicht und ergreifend eine Tatsache, der sich eine Gesellschaft in einer moderaten Form zu stellen hat!

Die große Problematik der Diskussion liegt aber vor allem auch darin, dass zumeist das Argument: ?Die Menge macht das Gift!? als Ausgangsposition hergenommen wird. Dies macht ja auch tatsächlich Sinn und ist bei oberflächlicher Betrachtung richtig, dennoch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass eine Menge etwas Relatives in Anbetracht einer Person mit seinen Neigungen, Lebenserfahrungen und Lebensbegebenheiten angesehen werden muss. So gesehen ist also sowohl das Trinken von Alkohol in Maßen sicherlich genauso ?ungefährlich? wie das Kiffen nur zu besonderen Anlässen. Dies ist nun eine wage und gefährliche Behauptung, die in der Erwachsenenwelt seine Geltung haben kann, denn es zeigt sich doch, dass nicht alle Menschen die Alkohol konsumieren, daran erkranken, abhängig werden und schlussendlich daran sterben. So sieht es zumindest auch bei den heutigen erwachsenen Kiffern, den Menschen zwischen 30 und 60 Jahren, derer es mehr in der Gesellschaft gibt als jemals angenommen, aus. Sie haben gelernt damit umzugehen, stehen im Leben und genehmigen sich ab und zu nach getaner Arbeit eine Tüte, in aller Ruhe und ohne Stress (die, die es nicht geschafft haben damit umzugehen, hörten oft einfach auf, oder sie bevölkern die Psychiatrien, U-Bahnstationen, Wärmestuben, sind abhängig vom Staat, aber dank erreichter Gleichgültigkeit, ausgelöst durch zu viel Konsum von Cannabis, mit dieser Situation zufrieden, sie sind Meister des sich selbst Bescheißens).

Die Frage, warum man sich als Belohnung oder bei Zusammenkünften betäuben muss, warum also ein ?unreeller? Blick auf die Wirklichkeit etwas ist, was man gerne hat, was unbedacht einfach hingenommen und zelebriert wird, in der Gesellschaft seinen Stellewert hat, so dass ein Bierchen nach Feierabend eben dazu gehört z. B., soll hier nicht zur Hauptfrage werden, obwohl man in der Erforschung dieser Frage sicherlich bei der Betrachtung von Drogen und Verhalten einen tieferen Blick erhalten würde.

Das Betäuben, Bewusstseinerweitern, Anregen, sich Belohnen, Enthemmen und Besänftigen mit Hilfe von Drogen ab und zu (um es noch einmal zu betonen, Alkohol ist auch eine Droge und vor allem die, die gesellschaftlich zu oben genannten Änderungen von Zuständen am Häufigsten verwendet wird) ist zumindest also etwas, was die Gesellschaft als Handeln im menschlichen, alltäglichen Leben anerkennt. Die Frage ist nur, was man dazu eben verwenden darf. Und hier also ist die Wurzel der Debatten zu finden, wird vielleicht auch schon klar, dass es so gesehen kein Aufwiegen und Gegenüberstellen geben dürfte, da sich der Mensch im letzten Grund selbst aussuchen dürfen müsste (sollte und könnte), wie er sich mit Maß und Ziel seine Belohnung, Anregung etc. gestaltet. Dies heißt also, wenn das gesunde Maß ein legitimes Mittel ist, dann sollte es doch auch unbestritten sein, dass man sich aussuchen darf mit welcher Droge man ein gesundes Maß leben möchte. Das Recht auf Rausch also gilt bei Alkohol an sich, aber eben die Freiheit wählen zu dürfen, mit welchem Stoff man umgeht, und an diesem dann vielleicht auch zugrunde geht, wenn man eben das gesunde Maß verloren hat, herrscht in keiner Weise vor. Alle Drogen außer Alkohol, Nikotin und Koffein sind stigmatisiert, verboten und geächtet.

Dies ist der große Knackpunkt! Menschen die gerne ab und an Kiffen, fühlen sich in dem Recht auf Freiheit ihrer individuellen Lebensgestaltung beschnitten, vor allem Jugendliche, die sehr genau sehen, was der Alkohol bei ihren Eltern und Großeltern anrichten kann, können nicht verstehen, warum man so einen Terz bei solch einer ?ungefährlichen? Droge wie Cannabis macht, warum sie in die Illegalität geraten müssen, sie gesellschaftlich geächtet sind, verfolgt werden und in der Heimlichkeit leben müssen. Es gibt eben noch zu wenig Beispiele gescheiterter Existenzen (Eltern und Großeltern) durch das Kiffen, die den jungen Menschen vorleben wie Cannabis längerfristig wirkt, und die Kids folgern daraus, dass der Alkohol eben das größere Übel sei.

 

Tipps rund um Sucht und Therapie auf unserem Gesundheitsportal

 

Bewerten Sie diesen Artikel





Unsere Themen

Finanzkrise - Damoklesschwert oder Apokalypse des Turbokapitalismus

Bildschirm macht DDD / dick, dumm und dröge?

Ist die Demokratie noch zu retten?

Glaube an Heilung ist die beste Medizin

Knut der Eisbär - Ein Symbol für den Umweltschutz?

What the Fuck is Bleep?

Katrina, Kyrill und Co

Cannabis vs. Alkohol

Gibt es den G-Punkt?

Lichtarbeit

Sonnenwind

Schluss mit dem Rauchen! Aber wie?

Radionik

Lichtkugeln