Finanzkrise - Schuldenkrise - Staatenkrise - Eurokrise?
Der erste Artikel zur Finanzkrise ist mittlerweile vor drei Jahren eingestellt worden und es ist beängstigend sehen zu müssen, dass diese Finanzkrise, die ja angeblich bewältigt sein sollte, heute weiterhin wirkt. Wirkt in der Weise, dass Staaten Insolvenz anmelden könnten, Regierungen gestürzt bzw. ausgetauscht werden, Demonstranten bekämpft werden. Ratingargenturen, von denen wir Normalsterblichen bis vor zwei Jahren gar nicht wussten dass sie existieren, raten ganze Nationen, also Völker, in Grund und Boden, Spekulanten pokern Völker in Krisen, Leitbanken drucken Geld, Politker schwören einen europäischen Staat herbei und man wird das unbestimmte Gefühl nicht los, dass die Verantwortlichen nicht so wirklich wissen was sie tun oder tun sollen, oder es beschleicht einen die Angst, dass sehr wohl einige Mächtige wissen was sie wollen und einen Untergang der Währungen in Kauf nehmen, ja geradezu forcieren, um ihre Idee einer neuen Währung oder Weltherrschaft voranzutreiben. Eins zumindest ist klar, es wird Angst gefühlt. Angst vor einem Untergang, Angst davor, dass sich die Geschichte wiederholt, Angst vor einer weltweiten Diktatur der Wirtschaft und Banken, wenn man betrachtet, dass ganze Regierungen vor dem Markt hergetrieben werden und im Grunde nur noch reagieren anstatt zu agieren. Verfassungen werden gebrochen, neue Gesetze verfasst, die konträr mit den souveränen Verfassungen jeweiliger Staaten sind. Es soll ein Europa entstehen, dass eine gemeinsame Finanz - und Wirtschaftspolitik hat, wobei die Organe, die ja dann parlamentarisch sein sollen, nicht auf demokratischem Wege ratefiziert werden. Die Bürger der einzelnen Nationen werden nicht gefragt, ob sie überhaupt eine gemeinsame Regierung und damit Verfassung haben wollen, und dies alleine lässt den Widerwillen der einzelnen Bürger wachsen. Im Grunde glaubt der kleine Bürger nicht mehr an die Iddee eines vereinigten Europas, während die Regierenden weiterhin die Wichtigkeit eines vereinten Europas beschwören, und man spürt, dass sie das tun müssen, da sie ihrem Klientel, den Lobbyisten etwas zu liefern haben, bzw. ihnen ausgeliefert sind. Die Regierungen sind also nicht mehr die Mächtigen? Man vermutet einen Plan dahinter.
Die größte Schwierigkeit besteht aber darin, dass der Nornalbürger die Nachrichten und Erklärungen seiner Politiker, der Medien, der Banken, der Vertreter der Wirtschaft nicht mehr verstehen, sie können die Gedanken nicht mehr nachvollziehen. Es scheint doch so, dass die Finanzfuzzis dem Volk nicht mehr erklären können, um was es geht. Staatsanleihen, Eurobonds, Hedgefonds, Ratingagenturen, Bonität, Vertrauen in Banken, Markt und all das ist so abgehoben, dass man es entweder aus fehlendem Fachidiotenwissen nicht mehr verstehen kann, oder man kann es nicht verstehen, weil die Verantwortlichen, also die Banker und BWeller ihre eigenen Mechanismen selber nicht verstehen. Anders kann man sich nicht erklären, warum die Leute, die ja instinktiv spüren, dass es ihr Geld ist, das da verbrannt wird, in nicht nachvollziehbaren Kanälen versickert, nicht zu Millionen auf die Straße gehen. Man versteht überhaupt nicht mehr, von welcher Welle man überrollt wird. Somit weiß man auch nicht wirklich, gegen wen man demonstrieren soll und vor allem was man anders machen muss, welche Forderungen man zu stellen hat. Die Politikverdrossenheit der letzten Jahrzehnte zeigt nun ihre Konsequenzen. Es ist so, als wenn man vor einem Chirurgen steht, der gerade eine komplexe OP bei einem vornehmen möchte, man ahnt, dass irgendwas schief laufen könnte, versteht die Zusammenhänge nicht, kann dem Chirurgen aber auf Grund seines fehlenden Fachwissens und des fehlenden Fachjargons keinen Einhalt gebieten. Man muss entweder vertrauen oder auf die OP verzichten.
Wir Normalsterblichen können einfach nicht abwägen, weder was richtig oder falsch ist, noch ob etwas wahr oder manipuliert ist (Medien). Wir hängen in einem wissensleeren Raum, wir können nicht mal mitreden. Die Unsicherheit ist riesig, die Angst groß. Die Angst unser Geld zu verlieren ist nicht so groß, wie die Unsicherheit vor dem was kommt, wenn alles zusammenbricht. Sämtliche Werte und Wahrheiten werden auf den Kopf gestellt. Wie kann denn ein Staat insolvent oder pleite gehen? Vor ein paar Jahren war so ein Gedanke schlichtweg unmöglich. Momentan hängt über einigen europäischen Staaten aber auch über den USA die Möglichkeit einer Pleite täglich wie ein Damoklesschwert, das sie handlungsunfähig zu machen scheint, in denen nur noch Alternativlosigkeiten helfen können, die damit einhergehen, dass die Verlierer des Zockertums, also die Kinder, die Rentner, die Arbeiter, die Angestellten, die Eltern mit einem Wort die Bürger, wiederum den Gürtel enger zu schnallen haben, während die Reichen gar nicht mehr wissen, mit welchem Wahnsinn sie ihren Reichtum vermehren und ausgeben sollen. Zusätzlich ahnt dann jeder, dass wenn ein Staat fällt, dann fallen alle mit. Zumindest wird uns das tagtäglich suggeriert. Wenn ein Staat seine Schulden nicht mehr zahlen kann, dann brechen die kreditgebenden Banken, also unsere systemrelevanten Banken, zusammen und reißen uns mit in den Abgrund. Also, dann zahlen wir doch lieber den Banken in Form von Transferleistungen, sprich Tranchen, das Geld um unsere Banken zu erhalten. Da fragt sich nun aber Lischenmüller zurecht, warum man nicht gleich offen und ehrlich den Banken die Kohle überweist, und zwar ohne den Umweg über Griechenland, Spanien, Italien usw. Warum gibt man z.B. der griechischen Regierung das Geld, damit die es dann zur Zinsentilgung unseren Banken, die vormals die Kredite gaben, zurückgeben können?
Die Bürger und Völker verstehen diesen ganzen Popanz nicht, weder die, die unter der Schuldenkrise zu leiden haben, noch die, die durch Steuererhöhungen und neue Schuldenberge die Zahlungen tätigen sollten.
So kann man kein Europa, keine europäische Union aufbauen. So baut man separatistisches, nationalistisches Gedankengut auf, es entsteht eben keine Solidarität, sondern es entsteht die Angst, dass man mit in den Sog gezogen wird und man möchte doch, um wenigtens seine Haut zu retten, das kranke Organ entfernen.
Wollen die Regierenden wirklich eine europäische Union für ihr Volk, oder wollen sie eine Wirtschaftsunion, der keiner auf die Finger schauen kann, weil eh keiner durchblickt? Und wenn sie das wollen, was oder wer treibt sie an? Was soll dabei herauskommen für uns Bürger?
Die Schulden - und Europakrise zeigt in eine zukünftige politische Richtung (Plutokratie, Wirtschaftsdiktatur), die man so vielleicht noch nie beschritten hat. Der Bürger hat nicht nur vor dem Verlust seines Geldes, sondern vor allem vor dem Verlust seiner Freiheit als Mensch und Büger Angst und er weiß das. Wenn aus diesem Wissen Gewissheit wurde, wenn er merkt, dass er verkauft, verraten, versklavt und verarscht wurde, dann haben wir mitunter einen europäischen Frühling, dem hoffenltich kein absolut diktatorischer Winter folgen wird.
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