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Katrina, Kyrill und Co
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Katrina, Kyrill und Co

Normale Klimaschwankungen oder untrügliche Ankündigungen des Klimawandels.

 

Gerade haben wir Kyrill überstanden, da überhäufen uns die Medien, kaum ist der Wind abgeflacht, mit neuen Informationen über den bevorstehenden Klimawandel. Heute (20.01.2007) wurde man beispielsweise mit der Befürchtung konfrontiert, dass sich der Golfstrom aufgrund der Erderwärmung verlangsamen, wenn nicht gar umkehren kann! Dies würde erst einmal zu einer Abkühlung Europas führen, welche aber von kurzer Dauer wäre, da die Erderwärmung durch den Treibhauseffekt trotzdem fortschreitet, und dies im ?drei zu eins? Zyklus (was immer das auch heißen soll). Dass sich mit dem Wetter etwas tut, scheint anhand der immer öfter auftretenden Anomalien offensichtlich zu sein, zumindest fragt sich bald jeder, ob sich da nicht schon Vorboten des allseits diskutierten Klimawandels abzeichnen.

In Kalifornien schneit es, in Westeuropa gibt es keinen Winter, dafür in den Vereinigten Staaten umso mehr. Kyrill, ein klassischer Herbststurm, peitscht im Januar über das Land, und Tornados legen ganze Großstädte in Schutt und Wasser. Der Sommer scheint seit drei Jahren kein Sommer zu sein, sondern eher eine Heißphase im Juli, während der August vom Regen davon geschwemmt wird, ja der Sommer verlängert sich sogar weit bis in den November hinein. Jahrtausendfluten lösen Jahrhundertfluten ab, Eisberge brechen vom ewigen Eis ab und treiben im Meer (welches um einiges wärmer ist, als es sein sollte), und das ewige Eis in den Bergen, die Gletscher, sind nicht mehr zu retten, auch wenn man sie mit Planen schützen will. Dafür fällt da Regen, und zwar in todbringenden Massen, wo er weder gebraucht noch sinnvoll ist, während ganze Landstriche den jährlich niedergehenden Leben spendenden Regen umsonst erwarten, sodass Feld und Vieh verdorrt und verdurstet.

Diskutiert, und vor allem gehäuft in den Medien, wird tatsächlich viel, es beschleicht einen aber das ungute Gefühl, dass eher beschwichtigt wird, dass man trotz aller Vorzeichen immer noch nicht wahrhaben will, dass sich auf dem Globus, zumindest vom Wetter her betrachtet, Veränderungen anbahnen.

 

 

Erderwärmung, eine normale Entwicklung oder eine vom Menschen hervorgerufene Katastrophe (anthropogen)?


Gletscherschmelze 1979 / 1991 /2002
Regenwaldbrandrodung/Jami Dwyer

Erderwärmung wird als globale Erwärmung definiert, die in den letzten Jahrzehnten wissenschaftlich beobachtet werden konnte. Man ist darin einig, dass eine globale Erwärmung stattfindet, über die Ursachen dieser sind aber noch keine abschließenden Erkenntnisse gesichert. Während die einen davon ausgehen, dass solche Art Erwärmungen, wie auch Abkühlungen immer schon mal auf der Erde vorkamen (damit sind nicht die Eis- und Warmzeiten, sondern Temperaturschwankungen in relativ kurzen Zeiträumen gemeint) somit also die Ursachen vor allem natürlicher Art sein können, zeigen die anderen auf, dass vor allem das Abrennen fossiler Energiestoffe, welches einen Kohlenstoffdioxidanstieg in der Atmosphäre zur Folge hat, die Ursache für den rapiden Anstieg der Temperatur auf der Erde sein muss. Trotz dieser Differenzen herrscht aber Einigkeit darüber, dass selbst wenn die globale Erwärmung anfänglich natürlicher Art gewesen wäre, der Mensch durch sein Energiegebaren diesen Prozess so beschleunigt, dass die Folgen unabsehbar sein werden.

Die Ursache der Erwärmung liegt im Treibhauseffekt, welcher erst einmal für sich gesehen ein natürlicher ist, ohne den keine höheren Lebewesen existieren könnten, da die Bodenlufttemperatur der Erde ohne diesen nur um -18° läge (anstatt den durchschnittlich 15°). Die natürlichen Treibhausgase (Wasserdampf, Kohlendioxid, Methan und Lachgas) erhalten durch das Zusammenspiel von Sonnenwärmeeinwirkung und Erdwärmeabgabe die Erdtemperatur in einem ?lebbaren? wenn auch immer wieder schwankenden Zustand. Seit dem Beginn der Industriellen Revolution aber erzeugt der Mensch selber Treibhausgase und greift zusätzlich beispielsweise durch Entwaldung, Abrennen fossiler Brennstoffe, deren Russteilchen unter anderem die obere Erdatmosphäre verschmutzen (wie Filter fungieren) empfindlich in das oben genannte Zusammenspiel ein. Dies hat zur Folge, dass der Treibhauseffekt aus den Fugen gerät und sich dahin entwickelt eine Kettenreaktion auszulösen, die die Erwärmung der Erdtemperatur rasch ansteigen lässt.

Den Wissenschaftlern ist diese Erkenntnis schon seit Längerem sicher, doch konnte die Message bisher nie wirklich das ?unwissende Volk? erreichen, teils weil das Interesse fehlte, teils weil die Politik es schlicht und ergreifend nicht wollte, dass dieses Thema allzu kritisch bekannt gemacht wird (medienwirksam). Dies wohl aus zwei wichtigen Gründen. Erstens hängt die Politik am wirtschaftlichem Tropf, welcher kein Interesse hatte zuzugeben, dass die Wirtschaft bremsen müsse, oder eben neue Techniken entwickeln müsse, deren Entwicklung teuer ist, mit denen man aber u. U. nicht mehr die großen Gewinne einfahren kann. Zweitens scheint es heute nur wenige Politiker zu geben, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind das Volk darüber zu unterrichten, dass es den Konsum von allem herunterfahren müsste (vor allem, wenn die Wirtschaft und somit die Politiker vom Konsum abhängig sind). Bei einer Legislaturperiode von vier Jahren kommt solch ein Begehr an die Wähler, nämlich der, seine Bequemlichkeit abzulegen (die einzig sinnvolle Konsequenz, die jeder mittragen müsste), einem politischen Selbstmord gleich. Dabei wird aber gerne übersehen, denkt jeder im Grunde nur von hier bis an das Brett vor dem Kopf, dass die Folgen, einer aus den Fugen geratenen Erderwärmung, ungleich schlimmer sein werden, als der Verzicht darauf, mit dem Auto in die Arbeit zu fahren oder billiges Gammelfleisch kaufen zu können.

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